stg – Die MitarbeiterBerater

Als pragmatische Experten für Mitarbeiterberatung und Newplacement beherrschen wir unser Handwerk: weil wir durch lange Berufserfahrung in der betrieblichen Sozialarbeit wissen, worauf es Unternehmen ankommt und weil wir leidenschaftlich gerne beraten.

Unsere Standorte

Büro Erlangen
Heckenweg 30a
91056 Erlangen
+49 (0)9131 929 36 30

Büro München
Salzmannstraße 17
81739 München
+49 (0)89 39297887


info@stg-mitarbeiterberater.de

Am Scheideweg

Führung und Gesundheit im Mittelstand

Führung und Gesundheit – sind diese Themen für den Mittelstand überhaupt relevant? Und falls ja, wie gehen die Unternehmen mit diesen Herausforderungen um? Manfred Dudeck, Leiter des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) in der Geschäftsstelle Erlangen, mit zuständig im Schwerpunkt für die Wirtschaftsregionen Mittel- und Oberfranken, spricht über seine Erfahrungen aus über 10 Jahren.

Herr Dudeck, Sie sind für den BVMW in unterschiedlichen Funktionen und für unterschiedliche Regionen seit nunmehr über 10 Jahren tätig. Was zeichnet Ihrer Meinung nach die mittelständischen Unternehmen in Ihrer Region aus?

Das sind für mich zwei Fragen. Zum einen sprechen wir über den Mittelstand. Das sind für mich inhaber- oder familiengeführte Unternehmen mit eigener Historie, eigenem wirtschaftlichen Risiko und eigenem Selbstverständnis. Sie agieren weitgehend unabhängig auf nationalen oder internationalen Märkten. Die Größe ist für mich zweitrangig: Es gibt typische Mittelständler mit 30 Mitarbeitern und solche mit 1500 Beschäftigten.

Was die Metropolregion Nürnberg angeht, so ist an dieser Stelle die 2006 von der Bayerischen Staatsregierung initiierte Cluster Offensive mit 19 bayerischen Clustern zu erwähnen. Im Rahmen ihrer Clusterpolitik fördert die Bayerische Staatsregierung den Aufbau landesweiter Kompetenzregionen und Plattformen der High-Tech-Industrie und anderer traditioneller Branchen der bayerischen Wirtschaft. Die Clusterplattformen sollen Unternehmen untereinander bzw. Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen vernetzen. In unserer Region sind wir im Bereich der Automotive- und Kunststoffindustrie sowie Medizintechnik sehr gut aufgestellt. Wir haben regionale Nischenanbieter, die in ihrem Bereich bundesweit Marktführer sind. Die klassischen ‚Hidden Champions’ also.

Was sind die besonderen Herausforderungen im Mittelstand, wenn Sie an die Themen Führung und Gesundheit denken?

Beides sind zentrale Themen – vor allem im Hinblick auf die zunehmende Verdichtung unserer Arbeit. Schlecht geführte Mitarbeiter verlieren ihre Motivation, und kranke Beschäftigte können ihre gewohnte Leistung nicht erbringen. So sind beide Aspekte – Führung und Gesundheit – wesentliche Voraussetzungen für das Wohlergehen des Unternehmens und seiner Belegschaft. Zugleich sind es sensible Themen. Probleme nachhaltig anzugehen, braucht Vertrauen.

Welche Veränderungen können Sie dazu in den letzten 10 Jahren beobachten? 

Ich habe eingangs von einem eigenen Selbstverständnis des Mittelstands gesprochen. Dazu gehört auch die Überzeugung ‚Wir schaffen alles aus eigener Kraft’. Immer noch, sage ich, denn aus meiner Perspektive ist das nicht mehr zeitgemäß. Heute geht es im Wesentlichen darum, eine immer höhere Komplexität zu meistern. Das geht nur, wenn sich die Unternehmen auf ihr ureigenes Kerngeschäft konzentrieren, dieses nach Bedarf diversifizieren und sich für unternehmensnahe Dienstleistungen – IT, Trainings oder Gesundheit zum Beispiel – kompetente Partner an Bord holen. Diese decken die Services dann in der nötigen Fachtiefe ab. Soweit die Theorie.

In der Praxis allerdings höre ich immer wieder: „Wir wissen das!“, aber gelebt wird es halt noch nicht.’ Hier liegt großes Entwicklungspotenzial hin zu einem neuen Selbstverständnis, das das Alte wertschätzt und zugleich Neues integriert.

Sehen Sie Zusammenhänge zum Thema Mitarbeiterbindung oder Fachkräftemangel? Ist das bei den Mittelständlern in Ihrer Region überhaupt relevant?

Natürlich. Fehlendes Personal ist auch bei uns immer wieder ein Wachstumshemmer. Hinzu kommt, dass mittelständische Unternehmen z. T. in ländlich strukturierten Regionen ihren Standort haben. Für qualifizierte Arbeitnehmer, die von außerhalb oder aus dem Ausland kommen, stehen diese Regionen erfahrungsgemäß nicht ganz oben auf der Wunschliste. Da gilt es für die Unternehmen, interessante Anreize zu schaffen, die auch unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen und für die Mitarbeiter und deren Familien einen besonderen Wert haben. Flexible Entgelt- und Arbeitszeitmodelle etwa, Kinderbetreuung, zusätzliche Absicherung oder Altersvorsorge. Alles Leistungen übrigens, die die Unternehmen von anderen Partnern im Netzwerk des BVMW zuverlässig und fachkompetent „einkaufen“ können. Da sind wir wieder beim Thema von vorhin.

Was sind aus Ihrer Sicht grundsätzlich die besten Ansätze, um dem Fachkräftemangel zu begegnen? 

Das, was ich gerade erwähnt habe. Also den Mitarbeiter als Ganzes in den Blick zu nehmen – nicht nur als Arbeitnehmer, sondern auch als Familienvater oder Mutter – und entsprechend geeignete, individuelle Benefits gezielt darauf abstimmen. In der Personalwirtschaft steht dafür der Begriff „Cafeteria System“. Genauso wie Unternehmen ihre Produkte auf Zielgruppen ausrichten, sind auch betriebliche Vergütungssysteme individuell an unterschiedlichen Interessen und Lebenslagen von Mitarbeitern zu orientieren. Und das muss für die Unternehmen nicht teuer sein, aber man muss es halt einfach tun.

Anders als in Großunternehmen zeichnen sich ja gerade mittelständische Unternehmen durch eine große Flexibilität am Markt aus. Dabei ist die Kultur der meisten Mittelständler im besonderen Maß von den Gründern oder Inhabern geprägt. Das ist eine ihrer großen Stärken. Gerade deshalb ist zu beachten, dass die Mitarbeiter neben ihrer Fachkompetenz auch mit ihrer Persönlichkeit zu dieser Kultur passen sollten. Wenn beide Aspekte von Anfang an in Betracht gezogen werden, lässt sich eine sonst absehbare Fluktuation vermeiden. Wichtig ist für mich auch eine sorgfältige Einarbeitung der neuen Beschäftigten, zum Beispiel über betriebliche Paten. Denn neue Mitarbeiter sind wertvolles Kapital, das es kontinuierlich zu entwickeln gilt – was nicht bedeuten darf, dabei die langjährigen Mitarbeiter außer Acht zu lassen.

Ein letzter Punkt ist erwähnenswert: das Auftreten in der Öffentlichkeit. Meiner Erfahrung nach spielt ein authentisches Employer Branding eine immer wichtigere Rolle. Mittelständler brauchen eine klare Marke, die Führungskräften und Mitarbeitern Orientierung gibt und mit der sie sich identifizieren können. Das zieht auch neue Beschäftigte an und bindet diese an das Unternehmen.

Vielen Dank für dieses Gespräch!


Manfred Dudeck,

Internet: www.erlangen-ansbach.bvmw.de

E-Mail: manfred.dudeck@bvmw.de

 

 

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) ist der größte, freiwillig organisierte Mittelstandsverband in Deutschland. Er vertritt im Rahmen seiner Mittelstandsallianz die Interessen von über 270.000 Unternehmen, die über neun Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Mit seinen rund 300 Repräsentanten steht der BVMW täglich im direkten Dialog mit dem Mittelstand – regional, national und international.

http://www.bvwm.de

 


Möchten Sie mehr erfahren über Führung und Gesundheit?

Dann wenden Sie sich bitte an Dr. Alexandra Gilde, Geschäftsführerin stg – Die MitarbeiterBerater (+49 (09131) 929 36-30, a.gilde@stg-mitarbeiterberater.de).

2017-05-24T18:33:02+00:00