Strategisches BGM mit System – Gesundheit als Führungs- und Managementaufgabe

Strategischen BGM entwickeln
Teamarbeit

Gesundheit ist die unverzichtbare Basis für Motivation, Leistungsfähigkeit und die langfristige Bindung von Mitarbeitenden. Doch immer noch bleiben viele Unternehmen im Gesundheitsmanagement bei Einzelmaßnahmen stehen. Dabei wird BGM erst dann nachhaltig wirksam, wenn Gesundheit strategisch gedacht und systematisch gesteuert wird. 

Wie sich ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) gezielt und nachhaltig aufbauen lässt, damit hat sich unser Kollege Dr. Ulrich Birner intensiv auseinandergesetzt. Gemeinsam mit Swen Grauer und Fabian Jaax zeigt er auf, wie Organisationen ihr Gesundheitsmanagement von einem losen Maßnahmenmix zu einem strukturierten, strategischen System weiterentwickeln können. 


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Warum BGM strategisch gedacht werden muss

In vielen Unternehmen besteht Gesundheitsmanagement noch aus einzelnen Aktionen: Gesundheitstage, Kurse oder Coachings sind gut gemeint, eine nachhaltige Wirkung entfalten sie aber kaum. Ein strategisches BGM setzt genau hier an. Es versteht Gesundheit als Führungs- und Managementthema und verankert sie in den Strukturen, Prozessen und Zielen des Unternehmens. 

Die Vorteile liegen auf der Hand: 

  • Klare Verantwortlichkeiten statt Einzelaktionen  
  • Gezielte Steuerung und Evaluation der Maßnahmen 
  • Bessere Integration in HR-Strategien und Unternehmenskultur 
  • Messbare Ergebnisse auf Ebene von Motivation, Bindung und Produktivität 

Gesundheit mit System: Das Management-Framework als roter Faden

Ein wirkungsvolles Gesundheitsmanagement braucht mehr als gute Einzelmaßnahmen. Wichtig sind Struktur, Klarheit und Richtung. Genau hier setzt das entwickelte Management-Framework für strategisches BGM an: Es beschreibt, wie sich Gesundheitsmanagement Schritt für Schritt in bestehende Unternehmensprozesse integrieren lässt. 

Das Framework umfasst zwei Ebenen: den Kernprozess als zentrales Steuerungselement und sechs strukturgebende Bausteine, die Stabilität und Nachhaltigkeit sichern. 

Der Kernprozess – vier Phasen, ein Ziel: Wirksamkeit

Der Kernprozess bildet das Herzstück des strategischen BGM. Er beschreibt den Weg von der Analyse über die Planung bis zur Umsetzung und Evaluation. Durch diesen Kreislauf kommt Gesundheit im Unternehmen wirklich in Bewegung. 

  • Analyse: Gesundheitsdaten, Belastungen und Mitarbeitendenbedarfe erfassen – sowohl objektiv (Kennzahlen, Statistiken) als auch subjektiv (Stimmungsbilder, Befragungen) 
  • Planung: Auf Basis der Analyse werden Ziele definiert, Maßnahmen priorisiert und die gewünschte Wirkung von Anfang an mitgedacht 
  • Umsetzung: Verantwortlichkeiten werden geklärt, Ressourcen gesichert und Prozesse etabliert. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle – sie übersetzen Gesundheitsziele in den Arbeitsalltag 
  • Evaluation: Erfolge und Wirkungen werden überprüft, Ergebnisse sichtbar gemacht und für Verbesserungen genutzt. So entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess 

So wird BGM zu einem steuerbaren, überprüfbaren und lernenden System, das Gesundheit Schritt für Schritt in die DNA der Organisation integriert. 

Die sechs Strukturbausteine – das Fundament für Nachhaltigkeit

Damit Gesundheit im Unternehmen nicht vom Engagement Einzelner abhängt, sondern fest in der Organisation verankert bleibt, braucht es klare Strukturen. Das vorgestellte Framework stützt sich auf sechs zentrale Elemente, die den BGM-Prozess dauerhaft tragfähig machen: 

  1. Policy: Ein klarer Handlungsrahmen und Wertekompass für Gesundheit im Unternehmen. Er definiert Grundsätze, Zuständigkeiten und Ansprüche – und schafft Verbindlichkeit. 
  2. Strategie: Gesundheit wird Teil der Unternehmensstrategie. Sie wird mit Zielen wie Arbeitgeberattraktivität, Fluktuation oder Produktivität verknüpft – und damit messbar steuerbar. 
  3. Organisation: Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen werden definiert. Das sorgt für Governance statt Zufall – und macht Gesundheit zur gemeinsamen Aufgabe von HR, Führung und Management. 
  4. Kommunikation: Ein einheitliches Narrativ sorgt dafür, dass Gesundheit sichtbar, verständlich und glaubwürdig bleibt. So entsteht Bewusstsein – nicht nur Information. 
  5. Controlling: Wirkung und Wirtschaftlichkeit werden anhand von Kennzahlen transparent gemacht. Das zeigt, wo Maßnahmen greifen – und wo nachgesteuert werden sollte. 
  6. Kultur: Gesundheit wird Teil des Alltags – in Führung, Zusammenarbeit und Entscheidungsprozessen. Eine gelebte Gesundheitskultur macht das BGM langfristig wirksam. 

Was HR konkret tun kann

Damit betriebliches Gesundheitsmanagement nicht isoliert läuft, sondern Teil der Unternehmensstrategie wird, braucht es klare Rollen und Impulse aus dem Personalbereich. Gerade HR hat dabei eine Schlüsselposition: als Schnittstelle zwischen Mitarbeitenden, Führung und Management. 

Das vorgestellte System bietet hierfür eine praxisnahe Orientierung. Es umfasst fünf zentrale Handlungsfelder, in denen Personalerinnen und Personaler aktiv werden können: 

Gesundheit strategisch einbetten

Gesundheitsziele sollten nicht losgelöst stehen, sondern eng mit der Personalstrategie, dem Employer Branding und dem Talentmanagement verknüpft sein. So wird deutlich, dass Gesundheit zur Arbeitgebermarke gehört und gleichzeitig zur Zukunftssicherung des Unternehmens beiträgt. 

Führungskräfte befähigen

Führungskräfte prägen maßgeblich das Gesundheitsverhalten ihrer Teams. HR kann sie dabei unterstützen, gesundheitsförderliches Führungsverhalten zu entwickeln – etwa durch Trainings, Coachings oder Feedbackinstrumente. Das Ziel ist eine Führungskultur, die Belastungen früh erkennt und Ressourcen stärkt. 

Kommunikation koordinieren

Gesundheit braucht Sichtbarkeit und Konsistenz. HR kann Kommunikationsmaßnahmen bündeln, interne Kampagnen strategisch ausrichten und ein gemeinsames Narrativ etablieren, weg von Einzelbotschaften, hin zu einer klaren Haltung: Gesundheit ist Teil unserer Kultur. 


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Wirksamkeit messbar machen

Um den Nutzen von BGM zu belegen, braucht es Daten. HR kann hier eine Brücke schlagen zwischen klassischen Kennzahlen (z. B. Fehlzeiten, Fluktuation, Zufriedenheit) und Gesundheitsindikatoren. So entsteht eine faktenbasierte Grundlage für Entscheidungen, und die Wirksamkeit des BGM wird transparent. 

Kultur langfristig entwickeln

Nachhaltige Gesundheitsförderung gelingt nur, wenn sie im Alltag verankert ist. HR spielt hier eine zentrale Rolle, etwa über Wertearbeit, Feedbackkultur, Mitarbeitergespräche und Personalentwicklung. Gesundheit wird so Teil der Organisationskultur und nicht nur ein Thema für Krisenzeiten. 

Fazit: Gesundheit braucht Struktur und Haltung

Ein strategisches, systematisch aufgebautes BGM ist weit mehr als ein Bündel von Gesundheitsangeboten. Es ist ein Führungsinstrument, das Organisationen dabei unterstützt, gesunde Rahmenbedingungen zu schaffen, Belastungen früh zu erkennen und Potenziale zu fördern. 

So verstanden wird BGM zu einem echten Bestandteil der Unternehmensstrategie und Kulturentwicklung und trägt dazu bei, dass Mitarbeitende langfristig gesund, leistungsfähig und motiviert bleiben. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist dies ein klarer Wettbewerbsvorteil. 

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